5GAllgemein

Warum der Breitbandausbau eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts ist

Breitbandausbau ist ein Thema, welches in regelmäßigen Abständen Erwähnung findet. Seit einigen Jahre wird davon vermehrt gesprochen und es entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Thema. Nicht nur, weil Deutschland eine sehr besondere Beziehung zu diesem Thema hat, sondern auch weil Breitbandausbau global gesehen zu einem der wichtigsten Projekte heranwächst, um die aktuelle Informationsgesellschaft auf dem hohen Niveau zu halten und weiter voranzutreiben.

Zu diesem Zweck sollen hier erörtert werden, was Breitband überhaupt bedeutet und welche Formen es gibt.

Was ist Breitbandausbau

Als das Internet noch ganz neu war und kaum ein Haushalt über einen Anschluss verfügte, gab es noch Telefonmodems. Das bedeutet, dass der Internet-traffic komplett über die Telefonleitung lief. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, waren diese nicht für die Arten der Übertragung geeignet sowie nicht für hohe Datenmengen gemacht (Diese niedrigen übertragbaren Datenmengen, welche nur zum Übertragen der eigenen Stimme erdacht wurden, sind übrigens der Grund, weswegen sich Musik in Telefonwarteschlangen immer so blechern und schlecht anhört, es kann schlichtweg keine gute Qualität übertragen werden). Die daraus resultierende Technologie wird heute als Schmalband bezeichnet. Der Name suggeriert das Problem: Es gab viel zu langsame Übertragungsraten, um dem Datenhunger auch nur im Ansatz gerecht zu werden.

Hier kommt das Breitband ins Spiel. Breitband ist einfach ein Sammelbegriff für sämtliche Technologien, welche eine (im Vergleich zum Schmalband) hohe Übertragungsrate bieten. Die gängigsten Verfahren werden im Folgenden noch erklärt.

Wozu brauchen wir Breitbandausbau

Telefonleitungen liegen wohl bis zu jedem Haushalt. Doch gerade in ländlichen Regionen hapert es noch stark an schnellem Internet. Das globale Wachstum des Internets und die Verbreitung von Inhalten, welche einen hohen Datenverbrauch fordern (HD-Videos, Streaming, Home Office etc.), sorgt für einen immer stärkeren Bedarf an gutem Internet. Durch dieses können neue Arbeitsplätze erschlossen, Ausgleich in der Freizeit und Unabhängigkeit bei der Arbeitsortswahl erreicht werden. Daher ist es von großer Bedeutung, möglichst schnell möglichst viele Haushalte mit Breitband auszustatten. Doch was bedeutet das konkret und wie weit ist Deutschland mit diesem Vorhaben gekommen?

Typen von Breitbandverbindungen

Breitbandausbau als Sammelbegriff umfasst sämtliche Technologien, mit denen hohe Übertragungsraten möglich sind. Kommerziell und großflächig genutzt werden aktuell zwei, mit einer besonderen Verbindung.

Glasfaser

Das Paradebeispiel für Zukunftsweisende Technologie und das beste mögliche Übertragungsmedium, wenn man ein Land mit Breitband ausstatten möchte. Die Glasfasertechnologie erlaubt es, statt der Geschwindigkeit des Stroms mit nahezu Lichtgeschwindigkeit eine Menge Daten zu übersenden. Dies sorgt dafür, dass extrem hohe Übertragungsraten und ein sehr niedriger Ping beim Endverbraucher ankommen. Viele Länder setzen bereits seit längerer Zeit darauf, Glasfaser bei einem hohen Anteil der Haushalte zur Verfügung zu stellen. Zwar ist die Technologie teurer als klassische Kupferkabel, jedoch bringt sie so viele Vorteile mit sich, dass sie für die in Zukunft benötigten Übertragungsraten unausweislich scheint. Da sich die Übertragungsrate nahe der Lichtgeschwindigkeit bewegt, ist es unwahrscheinlich dass in den nächsten Jahren eine bessere und zugleich ebenso leicht anwendbare Technologie entwickelt wird. Zwar gibt es verschiedene Ansätze, mit denen Übertragungsraten noch näher an die Lichtgeschwindigkeit kommen könnten, dies aber meist nur unter Laborbedingungen wie sehr geringer Temperatur.

DSL

Der eher klassische Ansatz, den vermutlich jeder kennt. Beim DSL-Verfahren (Digital Subscriber Line) werden Kupferkabel gelegt und über diese läuft das Internetsignal. Da es sich hierbei um besondere Kupferkabel handelt, die nicht gleichzeitig Telefongespräche übertragen müssen ist auch die Übertragungsgeschwindigkeit viel besser als bei den alten Verfahren. Dennoch ist hier die Übertragungsgeschwindigkeit bei ca. 1000Mbit/Sek limitiert. Mehr gibt die Technologie nicht her. Und auch dieser Wert wird nur bei Idealbedingungen erreicht. DSL ist nämlich wesentlich störanfälliger als Glasfaser und durch die vielen Haushalte, welche auf derselben Leitung laufen, gibt das klassische Kupferkabel in der Praxis nur eine vergleichsweise schlechte, mit heutigen Maßstäben nicht mehr zeitgemäße Internetabdeckung her.

Vectoring

Gerade größere deutsche Telekommunikationsunternehmen setzten in der Vergangenheit stark auf die Vector-Technologie. Das bedeutet, dass Glasfaser in den wichtigen Knotenpunkten verlegt wird, von diesen Knotenpunkten aber immernoch Kupferkabel zu den Haushalten gelegt wird. Dies sorgt dafür, dass diese Kupferkabel einen Flaschenhals darstellen, durch den in der Praxis trotzdem nicht die guten Übertragungsgeschwindigkeiten der Glasfaser erreicht werden können. In den letzten Jahren wird der Wunsch lauter, die Vectoring-Technologie aufzugeben und zu jedem neuen Haushalt direkt Glasfaser zu verlegen. Trotzdem ist die VDSL Technologie aus dem deutschen Internetangebot nicht wegzudenken und wird den Endkonsumenten wohl noch einige Jahre begleiten.

Wo Deutschland im Vergleich steht

Oft heißt es, Deutschland sei in puncto Breitband ein Entwicklungsland. Und dieser Vorwurf ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Während andere Länder mit Glasfaserausbau von 85% protzen, ist Deutschland gerade einmal bei einem Breitbandausbau von 77% liegt. Und dieser Wert umfasst alle Technologien, also auch DSL und VDSL. Daher wird es gerade in den letzten Jahren immer klarer. Wenn Deutschland digital Schritt halten will, dann müssen massive Veränderungen im Bereich des Breitbandausbaus her. Ohne diese könnte Deutschland langfristig im internationalen Vergleich so weit abfallen, dass es zu einem unattraktiven Standort für IT-Fokussierte Unternehmen wird.

 

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